Freitag, 27. November 2009

Werde Mitglied im "Bacon Of The Month Club"

SAY WHAT? Richtig gehört, es geht um eine Mitgliedschaft im "Bacon of the Month Club". Du könntest das übersetzen, wobei dann sowas rauskäme wie der "Speck des Monats Club". Kann ja sein, dass eingefleischte Speckliebhaber das originell finden, wer weiß das schon genau.

Jedenfalls hat sich High Roller Cole South von seinen erspielten Millionen neben gelegentlichen Safaris auch eine Mitgliedschaft in diesem Club geleistet und berichtet davon ausgerechnet dem ernährungsbewussten David Benefield. Eine dekadente Bande, diese Pokerspieler.



Besonders schön sind auch die Gesten der Begeisterung für das Speckthema bei Kaplan und Brunson am Ende des Clips.

Aber die Sache ist selbstverständlich nicht so seicht, wie sie auf den ersten Blick scheint. Vermutlich machte Benefield gerade mal wieder eine vegane Diät und South wollte ihn durch die Erwähnung des phänomenalen "Bacon of the Month Club" gründlich tilten. Gegen diese Theorie spricht allerdings, dass es den verdammten Speck-Club tatsächlich gibt. Sogar mit Bacon of the Month Club Membership Card und

- A different artisan bacon delivered to your door each month for 12 months
- Informative notes on all bacon selections
- Discounts on The Grateful Palate bacon products and bacons
- The bacon strip - our members only monthly bacon comic strip
- The Bacon of the Month Club Pig Ballpoint Pen
- A little Rubber Toy Pig
- One free Bacon Tee Shirt
- A recipe each month using the bacon selected
- Discounts on suggested wines and products in recipes
- And a pig nose!

Donnerstag, 26. November 2009

Zahlen zum deutschen Glücksspielmarkt

Der Wettskandal macht's möglich, dass derzeit viel über Glücksspiel und den Glücksspielmarkt geschrieben wird.

"30 Milliarden Euro Umsatz werden jedes Jahr mit Lotto, in Casinos und an Geldspielautomaten in Deutschland umgesetzt. Länder und Gemeinden zweigen davon jährlich rund vier Milliarden Euro an Steuern ab. Zwar gibt es in den meisten Kommunen Proteste, wenn neue Spielhallen öffnen. Dennoch sind von den 1642 Kommunen in Deutschland nur 279 spielhallenfrei, Tendenz sinkend", schreibt der Tagesspiegel heute.

Das deckt sich in etwa mit den Zahlen, die die Forschungsstelle Glücksspiel der Universität Hohenheim für das Jahr 2006 ermittelt hat. 2006 betrug der Gesamtumsatz noch 27,618 Mrd. Euro. Angeblich nehme etwa ein Drittel der Bundesbürger regelmäßig an Glücksspielen teil.

"Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen errechnet rund ein Drittel mehr Glücksspielumsatz als noch vor zehn Jahren, aktuell sind es 30 Milliarden Euro", berichtet der Tagesspiegel.

Der Umsatz mit Sportwetten kann da nicht mithalten: "Jährlich wird in der Bundesrepublik mehr als eine Milliarde Euro bei Sportwetten umgesetzt. Die Fußballwetten haben bei Zockern den Wetten auf Pferderennen den Rang abgelaufen. Auch auf Formel 1, Eishockey, Tennis, Wintersport oder Hunderennen wird gesetzt."

DPA schreibt: "Bundesweit sind je nach Untersuchung 100 000 bis 290 000 Menschen krankhaft glücksspielabhängig, weitere 150 000 bis 340 000 spielen mindestens 'problematisch', sind also sehr gefährdet, süchtig zu werden, heißt es vom Fachverband Glücksspielsucht in Herford, der sich um die Belange von Spielsüchtigen und ihren Angehörigen kümmert."

Update: In der Welt vom 26. November erklärt die Vorsitzende des Fachverbands Glücksspielsucht Ilona Füchtenschnieder, dass "70 bis 80 Prozent der Menschen, die in Beratung und Behandlung kommen, sagen, dass die Spielautomaten in Gaststätten und Spielhallen ihr Problem sind." Ausgerechnet diese Automaten, von denen es in Deutschland 220.000 gebe, würden aber juristisch nicht als Glücksspiel betrachtet.

Mittwoch, 25. November 2009

Mord und andere Verbrechen

Etwas unfreiwillig mutiert der heutige Post zu einer Art Polizeibericht. Gleich zwei Pokerspieler sind in Mordfälle verwickelt. Beide Fälle haben das Zeug für einen ordentlichen Krimi.

Bereits vor einigen Tagen machte die Nachricht die Runde, dass Agenten von Scotland Yard den britischen Pokerspieler Marcus Bebb-Jones verhaftet haben. Der 46-jährige Bebb-Jones soll 1997 in Colorado seine damals 31-jährige Frau Sabrina ermordet haben. Die Leiche versteckte Bebb-Jones angeblich in der Gegend von Grand Junction.

Dann begab sich Bepp-Jones nach Las Vegas, angeblich um seine Frau zu suchen, die ihn im Streit verlassen habe. Dem Liebesschmerz und der Sorge um seine Frau verlieh Bepp-Jones allerdings auf sehr eigenwillige Weise Ausdruck. $5.700 hob er in nur zwei Tagen mit der Kreditkarte seiner Frau ab und gab sie für teure Klamotten, Prostituierte und einen gemieteten Ferrari aus. Einige Tage später versuchte er sich das Leben zu nehmen, schoss sich eine Kugel in den Kopf, stellte sich dabei aber so ungeschickt an, dass er ohne ernsthafte Verletzungen davonkam.

Bepp-Jones war zwar von Anfang an verdächtig, schreibt die Aspen Daily News, doch überführen konnte ihn die Polizei nicht. Was vor allem daran gelegen haben mag, dass es keine Leiche gab. Erst sieben Jahre später, im Jahre 2004, sollte ein Farmer zufällig einen Schädel entdecken, der als der von Sabrina Bepp-Jones identifiziert wurde. Längst lebte Bepp-Jones wieder in England, wo er auch als erfolgreicher Pokerspieler seinen Lebensunterhalt bestritt. Im Oktober 2007 gewann er zum Beispiel den Grosvenor Grand Prix und strich 90.000 Pfund ein. Jetzt wartet Bepp-Jones in Haft auf seine Auslieferung in die Staaten.

* * *
Sophon Sok hatte am Sonntag einen guten Tag. Er gewann die British Columbia Poker Championships 2009 und fast $365.000. Doch nur 24 Stunden später wurde der 30-Jährige an einer Tankstelle in Vancouver verhaftet. Er soll am 17. Oktober 2007 an einem sechsfachen Mord beteiligt gewesen sein, bei dem es um eine Art Bandenkrieg gegangen sei. Sein Gewinn liegt vorerst auf Eis.

* * *
In Deutschland wird nicht ganz so scharf geschossen. In Wiesbaden steht ein vermeintlicher Pokerprofi vor Gericht, weil er bei ebay vor fünf Jahren Waren versteigert, doch den Käufern nie die ersteigerten Produkte geliefert habe. Vermeintlicher Schaden 35.000 Euro. Der Angeklagte behauptet laut Frankfurter Rundschau, er sei unschuldig:

"B. erläuterte, dass er vom Pokern lebe, bei Turnieren Geld gewinne, bei Pokermagazinen und beim Fernsehen gefragt sei und im Jahr mehrere 100.000 Euro verdiene - weitgehend steuerfrei, weil es sich um Glücksspielgewinne handele. B. zeigte sich erstaunt darüber, dass ausgerechnet er ein Internetbetrüger sein soll. Damit habe er nichts zu tun, versicherte er und bot dem Gericht an: 'Wenn ich Ihnen helfen kann, helfe ich Ihnen gern.'"

Montag, 23. November 2009

WSOP trotzt der Rezession

An Las Vegas ist die US-Rezession nicht spurlos vorbeigegangen. Gelegentlich gab es Berichte, dass Casinos schließen mussten oder dass zumindest die Gewinne gefallen sind, und zwar seit 21 Monaten, wie die Las Vegas Sun kürzlich bemerkte. Deswegen waren die Erwartungen für die diesjährige World Series of Poker auf Seiten der Veranstalter nicht ganz so hoch gesteckt. Dennoch wurde es ein Rekordjahr.

An den insgesamt 57 Events nahmen 2009 60.875 Spieler teil. Das waren rund 2.000 Teilnehmer mehr als im Jahr zuvor, schreibt Las Vegas Sun. Während die Teilnahmerzahl bei Turnieren wie dem Main Event mit einem Buy-In von stolzen $10.000 abgenommen habe, sei der Zuspruch für die Turniere mit geringeren Buy-Ins deutlich größer geworden. So habe ein NLH-Turnier mit einem Buy-In von $1.000 ins gesamt mehr als 6.000 Spieler angezogen. Die Programmplanung für das nächste Jahre werde dieser Entwicklung Rechnung tragen, sagte ein WSOP-Sprecher.

Nach dem Rücktritt von Jeffrey Pollack als "Commissionar", der die WSOP seit 2005 nach außen vertrat und der Veranstaltung ein Gesicht gab, scheint es zumindest bislang keine Pläne zu geben, den Posten erneut zu besetzen. Außerdem ist der Sender ESPN weiter mit an Bord, vorerst bis 2017.

Donnerstag, 19. November 2009

Pokerfieber

Gerade ein Stück gelesen, das Ende Oktober im Tagesspiegel erschienen ist. Ein ausgewogener Text, selbst im Titel - "Das (Un)glücksspiel", Reportage, Geschichte des Spiels, dazu ein bisschen Recht, ein Bremer Psychologe gibt Auskunft über die Kernbotschaft der Poker-Marketing-Experten, die laute, "dass ein wenig Talent in Verbindung mit einem gewissen Trainingsaufwand ausreicht, um in schneller und einfacher Weise Geld verdienen zu können", aber auch der Hinweis, dass der Erfolg beim Pokern nichts zu tun habe mit "Leidenschaft, Fieber, Droge". Wer wie Roland Specht vom Zocken leben wolle, brauche Fleiß und Disziplin.

Und ein paar Zahlen:
"Rund 1,6 Millionen 'Echtgeldpokerspieler' gibt es in Deutschland laut Auskunft der Poker Players Research. Damit liegen die deutschen Pokerfaces knapp vor den Skandinaviern (1,4 Millionen) und Franzosen (1,3 Millionen) und bilden die größte Pokergemeinde Europas. Nach Angaben von casinoportalen.de waren Anfang 2007 darüber hinaus eine Viertelmillion Deutsche regelmäßig im Netz unterwegs, um ihr Pokerglück zu versuchen." Allerdings erscheinen selbst der Autorin diese "offiziellen Zahlen" zu gering. Sie vermutet, dass die Fangemeinde "im wirklichen Leben" größer sein dürfte.

Außerdem wird ein Dokumentarfilm von Harald Woetzel erwähnt, der eher konventionell in der Machart daherkommt - "Pokerfieber. Der Traum vom schnellen Geld." Vorsicht, die sprechen Schwäbisch und brüllen "Mutti"! S-C-A-R-Y!





Mittwoch, 18. November 2009

Cada bei Letterman

Es ist angeblich schon eine Weile her, schreibt Short-Stacked Shamus, dass ein Pokerspieler bei der amerikanischen Late Show Letterman zu Gast war. Jetzt durfte der frisch gebackene WSOP-Main-Event-Sieger Joe Cada ran und konnte sein Bracelet bewundern lassen - Letterman: "It's a watch and stuff and jewls and bracelet and my god..."

Cada trug übrigens keinen bunten Aufkleber seines Sponsors PokerStars und brauchte trotzdem nur rekordverdächtige 82 Sekunden um den Namen geschickt zu platzieren. Kannst du nicht meckern, entweder gut trainiert oder ein Naturtalent, dieser Joe Cada. Den ersten Lacher bekam Cada, nachdem Letterman fragte, wie viel er mal verloren habe, und er mit einer Gegenfrage antwortete: "An einem Tag?" Insgesamt hat Cada Poker im zweiten Teil des kurzen Interviews nicht schlecht verkauft. Er wirkte eigentlich wie der nette junge Mann oder junge Student von nebenan. Poker sei halt nicht mehr so wie alten Tagen. Der sich naiv stellende Letterman sagte, in seiner Vorstellung finde man den Gewinner eines großen Pots hinterher immer noch tot in einem Mietwagen. Take a look.



Like a dream come true

Wo wir gerade dabei sind, noch ein Fensehauftritt von Cada: Bei Pokerati bin ich gerade auf den Clip von Cadas Besuch beim Frühstücksfernsehen gestoßen.

Dienstag, 17. November 2009

Hai auf dem Trockenen

Noch ein Hinweis auf einen Pokerfilm, diesmal ein kurzer, etwa 20 Minuten lang. Es geht um Abhängigkeit und die Untiefen des Spiels, wenn es schlecht läuft. Phil Hellmuth und Brad Booth haben Gastauftritte in "Shark Out Of Water".

Montag, 16. November 2009

Glücksspielmonopol steht auf der Kippe

In ihrer Samstagsausgabe berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung, dass Schleswig-Holstein den Glücksspielstaatsvertag zum 31. Dezember 2011 kündigen wird. Damit zeichnet sich ein Ende des staatlichen Glücksspielmonopols ab. Der Glücksspielstaatsvertrag verbot das Online-Glücksspiel im Internet, was in Zeiten des Internets offensichtlich absurd ist (siehe den Fall bwin, auch hier). Die Durchsetzung des Verbots wäre im Grunde nur durch massive Zensur- und Sperrmaßnahmen durchzusetzen gewesen.

Unter dem Vorwand die Spielsucht zu bekämpfen, versuchte man das staatliche Glückssielmonopol zu retten. Der Vertrag habe weder "für die Bekämpfung der Spielsucht noch für die Vorbeugung" getaugt, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende im Kieler Landtag, Christoph von Boetticher. Und nannte gleich den Grund: Mehr als 3.000 Seiten mit Glücksspiel-Angeboten gebe es im Internet. Durch den Vertrag seien außerdem Arbeitsplätze und Steuereinnahmen verloren gegangen, weil Betreiber ins Ausland abgewandert sind. Schleswig-Holstein will nun laut von Boetticher mit den anderen Bundesländern "neue Rahmenbedingungen für das Glücksspiel" schaffen. Mit privaten Betreibern soll eine "sinnvolle Prävention" verabredet werden.

Der Deutsche Lottoverband meldete kürzlich, dass die Einnahmen aus dem staatlichen Glücksspiel als Folge des Internetverbots für Lotterien und die massiven Vertriebs- und Werbebeschränkungen um 30 Prozent eingebrochen seien. Der Verband spricht von einer "Lotto-Krise". "Die jüngsten Zahlen belegen, dass Lotto noch schneller als befürchtet aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwindet", so Norman Faber, Präsident des Deutschen Lottoverbandes. "Wenn die Politiker nicht schnellstens gegensteuern, wird die Spielfreude unwiederbringlich in unkontrollierbare Grau- und Schwarzmärkte kanalisiert."

Samstag, 14. November 2009

Post der Woche, 14.

Stripper Mobile
http://www.lasvegassun.com/news/2009/nov/13/strippers-on-a-truck-promotion-halted-in-las-vegas/

Ivey im Fortune-Magazin
http://www.prnewswire.co.uk/cgi/news/release?id=271273

In Vegas wird noch Geld verdient, aber die Gewinne fallen Monat für Monat: "For the 21st straight month gambling winnings on the Las Vegas Strip fell in September, but state officials saw some signs of hope in revenue figures." Das berichtet die Las Vegas Sun. In dieser Woche habe ich die Gaming-Berichterstattung der Las Vegas Sun genauer gelesen. Diskutiert wird ein neuer Slogan für die Stadt, um den Tourismus anzukurbeln, der seit Beginn der Finanzkrise rückläufig ist. "Deal Vegas in" findet nicht bei allen Gruppierungen Anklang, da das Zocken im Vordergrund stünde. Und Las Vegas sei eben mehr, hier könne man einkaufen, sich unterhalten lassen und gut essen. Neu war mir auch, dass es eine Las Vegas-Edition von Monopoly gibt: "City-branded games were among the first variations of the original 1930s-era board game that introduced generations of Americans to the basics of cutthroat capitalism. Only the Las Vegas and New York editions of Monopoly have survived, as the company that develops themed Monopoly games — USAopoly of Carlsbad, Calif. — turns to entertainment and pop-culture themes."


Durrrr bei Full Tilt
http://www.pokernews.com/news/2009/11/full-tilt-poker-signs-tom-durrrr-dwan-to-team-full-tilt-7509.htm

Link zu der lustigen Pressekonferenz
http://link.brightcove.com/services/player/bcpid24177423001?bclid=24039065001&bctid=49505807001




Poker-Pro ausgeraubt
http://www.highstakesnews.com/2009/11/10/poker-pro-got-robbed/


Etwas älter schon, aber erst in dieser Woche gefunden. Eine Reportage im Tagesspiegel

http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/geschichte/Poker;art15504,2931113


http://tommyangelo.com/the-eightfold-path-to-poker-enlightenment.html


Faking It
http://www.pokernews.com/news/2009/11/the-nightly-turbo-poker-players-on-tv-poker-news-on-tv-and-m-7517.htm

I think we've said this before, but we'll say it again: it's never a good idea to try to cheat a casino. They will get you. These guys found that out and now there are two new geniuses who tried to pull a fast one on a casino.

William Reece Lancaster and Mark Vernon Edmiston from Missouri were charged by a Tulsa federal grand jury for using fake poker chips at Seneca Cayuga Grand Lake Casino. The two used the chips for almost a month and authorities believe they got away with over $25,000 of the casino's money. They were cashing in the fake chips and exchanging them for real chips. They introduced the fakes into play and were detected by security. Our advice: don't steal from "the Man," you'll get caught.

Read more at 4Flush.com.

Donnerstag, 12. November 2009

Deutsche Poker-Doku in Planung

"Of Sharks und Fish" ist der Arbeitstitel einer geplanten Dokumentation über Poker, die 2010 realisiert werden soll. Aus der Projektbeschreibung: "We will experience thrilling highlights and painful defeats, and everything else that makes poker what it is. We will come to understand how poker players think and act, how the game works, and what dimensions lurk within it." Der Trailer bemüht die Metapher vom Fisch, der auch du sein könntest, und führt uns dann in ein dunkles Hinterzimmer.



Via Royal Flush Blog

Mittwoch, 11. November 2009

"Pokern ist eine noch recht junge Sportart"

Der Main Event der WSOP hinterlässt Spuren in den Tageszeitungen. Hier ist die TK-Presseschau:

"Pokern ist eine noch recht junge Sportart", schreibt die SZ. Wir wissen nicht genau, wie sie zu dieser Einschätzung gekommen ist. Jung? Sportart? vielleicht haben wir was verpasst. Obwohl sich natürlich viele Argumente dafür finden ließen, warum du Poker wie eine Sport betrachten kannst und erfolgreiche Spieler eine Einstellung an den Tag legen, wie es auch viele Sportler tun. Trainiere das Spiel und den Geist(Zen) und lebe gesund - (Sind prozentual gesehen mehr Pokerspieler Vegetarier als in der Restbevölkerung?) Was gemeint ist, mit den "sicheren" Händen, die Cada gespielt haben soll, ahnen wir - ach, was soll's, warum nicht mal sichere Hände einführen in das Spiel (Pocket Deuces können nicht verlieren, aus Prinzip, und bekommen eine Freeroll. Werden sie geschlagen, ist es nur ein Split Pot; halten sie, räumen sie ab. Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt.) Gelegentlich werden ein paar Kleinigkeiten hübsch durcheinander gebracht: "In 57 Duellen konnten sich Poker-Liebhaber für das Finale vom 7. bis 10. November im Kasino des Rio All-Suite Hotel in Las Vegas qualifizieren."

AFP kennt Cadas Mutter: "Cadas Mutter arbeitet am Blackjack-Tisch eines Casinos in Detroit und hatte lange versucht, ihrem Sohn das Glücksspiel auszureden. Als er immer besser geworden sei, habe sie ihn jedoch ermutigt, seinen Traum zu verwirklichen, sagte sie. 'Er kann immer noch ans College zurückkehren, wenn er will.'"

Gefallen findet so manches Blatt an der "German Virgin": "Mit der 'German Virgin' machte Cada seinen Triumph nach einem spannenden Heads Up schliesslich perfekt. Seine Blatt 9/9 ('Ninenine' oder auch 'Neinnein' genannt) schlug Moons Dame/Junge."

Blick aus der Schweiz findet es märchenhaft: "Nur schon dass der 45-jährige Holzfäller aus Oakland (Maryland) in den Final kommt ist eine 'Aschenputtel'-Geschichte. Mit dem Preisgeld, das er in einem Lokalturnier gewonnen hat, bezahlt Moon das WM-Startgeld von 10.000 Dollar. Jetzt hat er diesen Einsatz verfünfhundertfacht. Nicht schlecht."

Und das Hamburger Abendblatt hat eine gute Nachricht für alle Schulabbrecher: "Schulabbrecher gewinnt Millionen-Jackpot im Poker"

Ja, so ist der immer zu Scherzen aufgelegte Qualitätsjournalismus, wobei du natürlich schon froh bist, wenn dich die Kulturreaktionäre nicht gleich verklagen.

Milliardenumsätze in Macau

In der SZ ist eine Reportage über Macau erschienen. Darin sind einige interessante Fakten enthalten. Etwa acht Milliarden Dollar hätten amerikanische Branchenriesen wie MGM, Sands oder Wynn seit der Liberalisierung des Glücksspielmarktes im Jahre 2002 investiert. Die Umsätze im Glücksspiel seien inzwischen doppelt so hoch wie in Las Vegas. Erzählt wird auch die eher derbe Geschichten vom Gangsterboss, der aus Frust über Verluste die Hosen herunterließ und auf den Filz pinkelte. Und dass die Chinesen ihre Leidenschaft für das Glücksspiel nicht immer unter Kontrolle haben: "Das China Business Journal fand heraus, dass Unternehmer allein aus der chinesischen Provinz Zhejiang im Jahr 2008 mindestens 191 Millionen US-Dollar in Macau verspielt haben. Ganze Unternehmen gingen zu Grunde und damit auch Arbeitsplätze verloren." In Macau selbst arbeiteten "45.000 der insgesamt rund 500.000 Einwohner" in der Glücksspielindustrie.

Lies auch:
Das Las Vegas Asiens
Poker King - China vor dem Rounders Effekt